Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Der erste Song auf einer Debütplatte ist auch eine Art Visitenkarte. Er signalisiert: Das bin ich, das ist mein Stil, und das kann man von mir erwarten. Die junge Jazzsängerin Anette von Eichel hat gleich mit dem ersten, von ihr selbst komponierten Stück, das auch der CD ihren Titel ‚Welcome to My World‘ gibt, demonstriert, welche enorme Begabung da am Königlichen Konservatorium von Den Haag ausgebildet worden ist. Was die Visitenkarte verspricht, halten auch die weiteren elf Songs der Aufnahme: Dabei überrascht nicht nur die Stilsicherheit im Umgang mit so verschiedenen Songtypen – sie beherrscht alle Facetten des Scatgesangs, sie trifft den fast beiläufigen Gestus in einem Stück wie Egberto Gismontis ‚Café‘, sie swingt und verschleift die Blue Notes, wie es sich gehört. Und außerdem: Sie kann phrasieren, das heißt, die gestaltet jeden Song sozusagen aus der inneren Logik der Harmonien, der melodischen Linien und des vorhandenen Textes, und die besitzt ein unverwechselbares eigenes Timbre, einen eigenen Tonfall. (…) Ein Debut mit Perspektiven: Was will man mehr?“

(FAZ, 14. September 2001)